Am 9.11 fand in der Warenannahme der FAUST e.V. die Veranstaltung ‘Der Stadtteil seid Ihr’ des Wissenschaftsladen Hannover statt. Dort sollten die Ergebnisse der Wunschproduktion präsentiert werden, die der Wissenschaftsladen in verschiedenen Stadtteilen Hannovers gesammelt hatte. Nach einem interessanten Auftakt, bei dem die Aspekte ‘Grün in der Stadt’, ‘Mobilität’, ‘Neue Nachbarschaften’ und ‘Gentrifizierung’ im Rahmen eines World Cafés debattiert wurden, hob das Bürgerbüro Stadtentwicklung die Bedeutung des Themas Bürger*innenbeteiligung für einen gelingenden Stadtentwicklungsprozess hervor.

 

Gemeinsam mit ca. 12 Teilnehmenden diskutierten wir im Rahmen eines 3-stündigen Workshops die folgenden Aspekte: In der ersten Phase stand die Frage im Mittelpunkt, welche Erfahrungen in der Vergangenheit mit Bürger*innenbeteiligung gemacht wurden und was daran gut bzw. schlecht war? Nach einer Pause fragten wir, zu welchen Themen die Teilnehmenden in Zukunft beteiligt werden wollen und wie dies geschehen soll?

 

Die Ergebnisse des sehr produktiven Nachmittags sind thesenartig untenstehend aufgelistet.

 

1. Bürger*innenbeteiligung (im Folgenden BB) ist erwünscht! Zeitbudgets & konkrete Interessen an Themen sind allerdings individuell sehr unterschiedlich. Deshalb wollen unsere Teilnehmenden nicht über alles auf dem Laufenden gehalten bzw. beteiligt werden, aber jederzeit die Möglichkeit haben, zu Themen, die sie interessieren, recherchieren zu können.IMAG0543

 

2. Bürger*innenbeteiligung soll zu konkreten Themen genauso stattfinden, wie zu Leitlinien und Strategien.

Folgende Themen interessierten unsere Teilnehmenden besonders: Finanzierung von kurz- und langfristigen Angelegenheiten; große Infrastrukturprojekte v.a. Verkehr; Stadtvision(en); lokale Wirtschaftsförderung; Haushaltsplanung; barrierefreie Stadt; Mobiltätskonzepte; genossenschaftlich nutzbare Güter der Daseinsvorsorge (Wohnen; Nahrungsmittel, etc.); Finanzen als Bürger*innenhaushalte.

 

3. Bürger*innenbeteiligung soll offen für Interessierte und ‚niedrigschwellig’ sein. Positive Erfahrungen unserer Teilnehmenden diesbezüglich waren: kreatives Potential /Synergieeffekte in BB-Projekten nutzbar; gemeinsames, konsequentes Auftreten zu konkreten Themen (z.B.Kita Wundertüte) erfolgsversprechend; BB schafft das Gefühl der gesellschaftlichen Teilhabe; BB soll allen offen stehen, die sich dafür interessieren.

 

4. Bürger*innenbeteiligung soll Ziele im Blick behalten, effizient sein und Wiederholungen vermeiden. Insbesondere wurde kritisiert, dass bei längeren Prozessen durch immer neue Teilnehmer*innen viele Wiederholungen nötig sind. Dies könnte man beispielsweise vermeiden, wenn bei einer Folgeveranstaltung Neuinteressierte vor der eigentlichen Sitzung eine seperate Einführung vom Moderator erhalten.

 

5. Bürger*innenbeteiligung soll auf allen politischen-administrativen Ebene der Stadt/Region stattfinden.

 

6. Bürger*innenbeteiligung soll verstetigt werden und regelmäßige feste Veranstaltungen beinhalten.

Unseren Teilnehmenden stellten heraus, dass BB für sie nicht den Charaker von einmaligen Veranstaltungen hat, sondern sie BB als einen fortlaufenden, verlässlich stattfindenden Prozess verstanden wissen wollen.
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7.Bürgerbeteiligung soll neue Methoden der Beteiligung (Apps/konkrete Abstimmungsverfahren/ flächendeckende Umfragen) beinhalten. Die Verwendung folgender Methoden & Herangehensweisen wurden vorgeschlagen: Postzusendungen an die Haushalte mit „Fragebogen“; Bürger*innensprechstunde z.B 1xmal pro Monat; Volksabstimmungen bei lokalen Fragen; ‚Jour fix‘ im Jahr für Austausch mit der Stadt; Apps für Bürger*innenbeteiligung.

 

Ziel ist es nun, diese Ergebnisse in den Stadtentwicklungsdialog MeinHannover 2030 der Stadt Hannover einzuspeisen.

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