Hannover soll eine Wohnprojekte-Stadt werden!

 

Mehr als 150 Bürger*innen waren am Freitag zur Wohnprojekte-Veranstaltung der Reihe „Stadtentwicklung von unten“ des Bürgerbüros Stadtentwicklung Hannover in die Üstra-Remise gekommen. Schwerpunkt war das Thema gemeinschaftliches Wohnen zur Miete.
Gemeinschaftliche Wohnprojekte und Baugemeinschaften sind Zusammenschlüsse von Menschen, die in selbst gewählten und verbindlichen Nachbarschaften enge soziale Netze aufbauen wollen und neue Wahlverwandtschaften suchen.
In den letzten 10 Jahren sind zahlreiche Wohnprojekte, vor allem in Form von Baugemeinschaften im Eigentum entstanden. In Hannover gibt es jedoch nur eine Handvoll gemeinschaftlicher Mietwohnprojekte, obwohl die Nachfrage danach enorm ist. Mögliche Gründe: weniger finanzkräftige Gruppen, fehlende Unterstützung.
Die baupolitischen Sprecher von SPD (Ewald Nagel) und Die Grünen (Michael Dette), Geschäftsführer und Vorstände aus der Wohnungswirtschaft (u. a. Gundlach, Ostland), die Wohnprojektmentoren*innen Hannover und Vertreter*innen von Gruppen sprachen über ihre Erfahrungen, über notwendige Unterstützung und Hürden, die es auszuräumen gilt um die Chancen, die gemeinschaftliches Wohnen bietet, noch wirkungsvoller zu nutzen.

 

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:

  • IMG_1897-webEs sollten noch mehr Standorte mit Wohnprojekt-Interessierten entwickelt werden – wie es aktuell auf der städtischen Fläche Ohestraße geschieht; die Stadt sollte sich bei ihren eigenen Flächen eine Quote für diese Projekte vorgeben. Auch die Wohnungsunternehmen sollten sich eine Selbstverpflichtungsquote vornehmen.
  • Hannover braucht mehr Projekte für mittlere und untere Einkommensgruppen. Das müssen nicht unbedingt geringste m²-Mieten sein. Entscheidend sind die Wohnkosten. Diesem Thema widmet sich zum Beispiel das Wohnungsunternehmen Gundlach mit ihrem geplanten Projekt am Bothfelder Kirchweg besonders. Hier
    entstehen Wohnungen, bei denen die Individualflächen zugunsten gemeinschaftlich nutzbarer Flächen und Räumen reduziert werden.
  • Die professionelle Begleitung und Beratung muss ausgebaut werden. Nur so können die Kooperationen zwischen Gruppen und Wohnungsunternehmen gut strukturiert und erfolgreich verlaufen.

Das Bürgerbüro Stadtentwicklung bedankt sich bei allen Beteiligten für den informativen und konstruktiven Nachmittag und hofft neue Impulse für den Ausbau gemeinschaftlicher Wohnprojekte geliefert zu haben!

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