Datum
07.10.2021

Uhrzeit
18:00 - 20:00 Uhr

Veranstaltungsort
VHS Hannover


Wie wäre es mit einem weiteren Stadtexperiment in Hannover? 24 Stunden lang sind keine Frauen in der Innenstadt Hannovers. Würde es auffallen? Würde sich das Verhalten von Männern ändern? Einen Tag später ist die Innenstadt für 24 Stunden männerfrei. Isabell Gerstenberger, Influencerin auf Instagram (@btgasi) hatte diese Idee. Während der frauenfreie Raum auf die Männer kaum einen Einfluss hat, fühlen sich zahlreiche Frauen und Mädchen von der Vorstellung männerfreier (Stadt-)Räume befreit: Sie würden nachts spazieren gehen, sich ohne Sorge kleiden und selbstbewusst Plätze als Treffpunkte nutzen. Das Gedankenexperiment zeigt eindrücklich, dass auch der Zugang zur Innenstadt Hannovers nicht für alle gleich ist. Es gibt für Männer unsichtbare Zonierungen und zeitlich Fenster, die die Bewegungsfreiheit von Frauen auf Hannovers Straßen und Plätzen einschränken. Klar, es gibt immer auch Ausnahmen – dennoch ist das Geschlecht nach wie vor ein sozialer Platzanweiser. Mit dieser Erkenntnis und dem konstruktiven Umgang damit befasst sich die vierte Veranstaltung des Citydialogs ZUKUNFTinnenSTADT vom Bürgerbüro Stadtentwicklung Hannover e. V. und der Volkshochschule Hannover.

Der bisherige Innenstadtdialog spricht viele Facetten der Stadtplanung an, zum Beispiel Stadtgrün, Urbanität und Sport. Quer dazu liegt die Geschlechterdimension, die berücksichtigt werden muss, wenn es darum geht, eine Innenstadt „für alle“ zu gestalten. Wie gelingt es, dieses Querschnittsthema tatsächlich zu bedienen und Räume so zu gestalten, dass sie für Gruppen und Identitäten nutzbar werden, die ihr “Recht auf Stadt” bisher nicht einfordern? Gender Planning sollte Standard sein und tatsächlich sind viele Gedanken der feministischen Planungen mittlerweile ‚gute Planungspraxis‘, jedoch bleiben viele Ungerechtigkeiten bestehen oder es kommt zur Verfestigung stereotyper Rollenzuweisungen.

Die Abendveranstaltung im großen Saal der VHS liefert überregionale und internationale Inputs und überträgt diese mit lokalen Expert*innen auf die Innenstadt Hannovers, um konkrete Prüfsteine für eine gerechte Entwicklung vor Ort zu entwickeln. Aus Wien berichtet Dipl.-Ing. Dr. Heide Studer wie Diskriminierung über eine Mädchenbühne und eine Sozialraumanalyse offensiv thematisiert wird. Die Teilhabe von Mädchen in Planungsprozessen ist ihr ein Anliegen, aber auch, ob/wie deren Ansprüche langfristig in Planungsprozessen verankert werden können. Als lokale Expertin spricht Diplom-Geografin Ingrid Heineking darüber, wie Mobilität inklusiv gestaltet werden kann. Eine Gender-Analyse über Mobilität in der Region Hannover, an deren Erstellung sie mitgewirkt hat, liefert wichtige Erkenntnisse.

Nach kurzen Inputs begeben sich unsere Gäste in den Dialog miteinander und mit dem Publikum. Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Prof. Tanja Mölders. Als Nachhaltigkeitswissenschaftlerin stellen Fragen nach Geschlechterverhältnissen für sie einen analytischen Zugang dar, der einen kritischen Blick auf Denk- und Handlungsmuster ermöglicht.

Gemeinsam mit Gästen und Publikum richtet sich dieser Blick auf die Innenstadt Hannovers: Wer nimmt an welchen Entscheidungsprozessen (nicht) teil? Wer definiert, worüber beim Innenstadtdialog gesprochen wird? Welche Möglichkeitsräume entstehen, wenn unsere Gewissheiten über Straßen und Plätze in Frage gestellt werden?

Eine Anmeldung ist erforderlich und erfolgt über die VHS: bitte hier klicken. Der Eintritt ist frei, Einlass ab 17:30 Uhr

Entsprechend der Corona-Verordnung gilt die 3G-Regel.

Eine Teilnahme per Zoom ist mit diesem Link möglich: https://us02web.zoom.us/j/88270378608?pwd=b1lLYThhd044cUl3Zk9UYkJLL2tHZz09

Meeting-ID: 882 7037 8608
Kenncode: 932101

Bitte beachten Sie, dass unser Fokus auf dem Publikum im Saal liegt. Wir behalten den Zoom-Chat im Auge, bitten aber um Nachsicht, wenn in der Diskussion dem Saalpublikum mehr Beachtung geschenkt wird.

Den Livestream zur Veranstaltung bei YouTube finden Sie hier

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