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Innenstadt in Transformation

Von |2022-09-14T14:23:02+01:0007.09.2022|

Innenstadt in Transformation

Podiumsdiskussion

19.07.2022 – Leibniz Universität; Fakultät für Architektur und Landschaft

Am 19.07 fand in der Architekturfakultät der Leibniz Universität Hannover eine Podiumsdiskussion statt, bei der verschiedene Gäste über Zukunftsszenarien für die Innenstadt von Hannover sprachen. Mobilitätsexpertin Stefanie Anna Bremer, Inga Glander von der Bundesstiftung Baukultur, Guido Langemann von der Industrie- und Handelskammer sowie Stadtbaurat Thomas Vielhaber diskutierten über den Cityring und die Verknüpfung der Innenstadt mit den angrenzenden Quartieren, die verschiedenen Straßen- und Platzräume als Potenzialräume einer neuen Öffentlichkeit sowie über große Gebäude in der Innenstadt und die Möglichkeit der Umnutzung dieser. Die Veranstaltung wurde moderiert von Ina-Marie Kapitola und Lennart Beckebanze und war eine Kooperation zwischen der Hochschule und dem Bürgerbüro Stadtentwicklung Hannover. Wir haben uns über alle Gäste gefreut, die bei hochsommerlichen Temperaturen dabei sein konnten.

Die Diskussion fand anlässlich der Veröffentlichung der Publikation INNENSTADT IN TRANSFORMATION statt, die am Fachbereich Architektur und Städtebau der Leibniz Universität Hannover entstanden ist. Studierende hatten die Innenstadt Hannovers in den Blick genommen und Ideen für die Transformation des Stadtzentrums entwickelt, die den notwendigen Wandel der Mobilität, den Rückgang des stationären Einzelhandels und die sich ändernde Bedeutung des öffentlichen Raumes Rechnung tragen. Komplementiert werden die für die Publikation ausgewählten Projekte durch Interviews und Gastbeiträge von themenspezifischen Fachleuten. Die Publikation ist im Verlag Books People Places erschienen und kostet 10 Euro. Sie kann in Buchläden oder im Internet bestellt werden.

https://bookspeopleplaces.com/Publishing/innenstadt-in-transformation

Zusammenschau: ZUKUNFTinnennSTADT

Von |2022-08-31T21:11:19+01:0012.08.2022|

Zusammenschau ZUKUNFTinnenSTADT

Neunte Veranstaltung des Citydialogs ZUKUNFTinnennSTADT des Bürgerbüro Stadtentwicklung

07.07.2022 – BBS-Hannover

“So habe ich Hannover ja gar nicht gesehen, das ist mir bisher noch nie aufgefallen!” bemerkt ein Teilnehmer überrascht. Nicht nur in der Arbeitsgruppe Genderplanning wurden neue Perspektiven auf Hannover entdeckt.

Am 07.07.2022 fand die neunte Veranstaltung des Citydialogs ZUKUNFTinnennSTADT des Bürgerbüro Stadtentwicklung statt. Zusammen mit 30 Teilnehmenden wurde im großen Saal der Volkshochschule Hannover über die Ergebnisse der Reihe und die Zukunft von Hannovers Innenstadt diskutiert. In den vorausgegangenen monatlichen Veranstaltungen wurden wichtige innerstädtische Teilthemen diskutiert. Dazu gehörten Fragestellungen zur Innenstadt als Kulturraum, öffentlichen Räumen, Grün und Mobilität. Die Rückkehr des Wohnens, Sport und Frauen und Mädchen in der Innenstadt waren Aspekte des Programms. Aus jeder Veranstaltung wurden zentrale Erkenntnisse, Anregungen, Ideen und Thesen mitgenommen und zusammengetragen. Die aktuelle Veranstaltung bot die Möglichkeit, die Thesen in einer Ideenwerkstatt in Kleingruppe zu debattieren und zu ergänzen.

Helene Grenzebach und Manfred Müller, Geschäftsstellenleitung und Vorstand des bbs, eröffneten den Abend mit übergreifenden Überlegungen und Erkenntnissen zur Innenstadt. Diese habe wenige Ecken und Kanten und sei wenig authentisch: Nach Geschäftsschluss werden die Straßen leer und leblos: Die Bürgersteige werden sprichwörtlich hochgeklappt. Doch so müsste das nicht sein: Durch die Schaffung multifunktionaler Räume, mehr Grünflächen sowie nicht-kommerziellen Aufenthaltsmöglichkeiten könnte wieder mehr Leben in die Innenstadt kommen.

Die Befragung des bbs hat gezeigt, dass insbesondere Bewohner*innen der Stadtteile Linden, List und Nordstadt die Innenstadt meiden. Ihre Behauptung: Ihre Stadtteile würden Ihnen schon alles bieten, was sie zum Leben brauchen, seien es Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Freiplätze, Parks oder Stätten der Kultur. Manch Einer würde sogar behaupten, dass Ihre Stadtteile mehr zu bieten haben als die Innenstadt selbst. Um auch der Innenstadt mehr Charakter und Vielfalt einzuhauchen, brauche es Mut zu Veränderungen. Stadtentwicklung endet nicht, sie ist ein immerwährender Prozess.

Vor diesem Hintergrund fanden die Diskussionen in den vier Kleingruppen statt: Poster mit Thesen gaben den Teilnehmenden zunächst einen Einblick ins Thema.Während der Gruppenphase konnten die Teilnehmer*innen jeweils 15 Minuten Anregungen, Fragen und Wünsche äußern, welche daraufhin zusammen mit den Mitarbeiter*innen festgehalten wurden. Es wurden Anregungen und Ideen entwickelt, Fragen in den Raum geworfen und  Lösungsansätze verfolgt. Nachdem alle vier Gruppen jede Station einmal besucht hatte, wurden zentrale Erkenntnisse im Plenum vorgetragen:

1. Stadtgrün und die Bedeutung von Natur in Stadtzentren (Manfred Müller)

Zentral war für alle der Wunsch nach „Mehr“: Mehr Grünflächen, mehr Freiräume, mehr Bäume, mehr Wasserflächen, mehr Fassaden- und Dachbegrünung. Dies könnte zum Beispiel durch Patenschaften und gemeinsame Pflege der „grünen“ Freiflächen möglich gemacht werden. Ein weiterer Vorschlag zielte darauf ab, alle Dächer der städtischen Gebäude zu begrünen, um somit ein Exempel zu geben.

2. Recht auf Stadt: Frauen und und Mädchen im öffentlichen Raum (Anna Finn & Joana Hartmann)

Nur wenigen Teilnehmer*innen war das Thema „Gender Planning“ vertraut – ein leider häufig beobachtetes Phänomen, was zeigt, dass neben den Behörden auch die Stadtbevölkerung über Gender Planning informiert werden sollte. Nach einer kurzen Einführung entwickelten sich in den Kleingruppen die ersten Ideen und Vorschläge, wie etwa der Wunsch nach mehr Kinderbetreuungsplätze in der Innenstadt, mehr multifunktionalen Aufenthaltsräumen oder die Anpassung des Nahverkehrs an die Bedürfnisse pflegender Personen.

3. Straße – Macht – Stadt: Die Innenstadt als Lebensraum (Helene Grenzebach)

Zum Thema Verkehr und Mobilität in der Innenstadt herrschte unter den Besucher*innen große Einigkeit. Der Wunsch nach mehr Fahrradwegen sowie Fahrrad-Schnellwegen in und um die Innenstadt war allgegenwärtig. Die „autofreien Innenstadt“ wird ersehnt und Konzepte dazu begrüßt. Wichtig war den Teilnehmenden aber auch die gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr.

4. Wohnen in der Innenstadt: Wunsch und Wirklichkeit (Daniela Catalán)

„Wohnen in der Innenstadt gehört dazu und ist wichtig für eine Wiederbelebung der Innenstädte“ so Daniela Catalán. Die Planung dürfe nicht nur den Investor*innen überlassen werden. Vielmehr solle der Bevölkerung die Chance geben werden, ihre Ideen zu äußern. Wichtig dabei sei der Mut zu Kreativität in der Gestaltung – zum Beispiel durch Umnutzung statt Abriss und Neubau – oder dem Ausprobieren von experimentellen Wohnformen.

Das Bürgerbüro wird die Erkenntnisse aus der Veranstaltung mitnehmen. Denn gemeinsam mit der Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung wollen wir die Zukunft unserer Innenstadt im Sinne einer gerechten, zukunftssicheren Entwicklung mitgestalten. Wir werden Impulse aufnehmen, weitertragen, Ideen entwickeln und Lösungen für die anstehenden Zukunftsfragen in unserer (Innen-)Stadt finden. Wir freuen uns schon darauf.

Für alle, die darüber hinaus ihre Inspirationen und Vorschläge in den politischen Apparat einbringen möchten, wurde kurz auf Paragraph 34 im Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) hingewiesen. Er umschreibt genau diese Möglichkeit.

Nach der Sommerpause geht es am 6.10. weiter: “Mitte neu denken – Das Innenstadtkonzept 2035” heißt das Ergebnis des Innenstadtdialogs der Stadtverwaltung. An ihm soll die Zukunft von Hannovers Innenstadt ausgerichtet werden. Das Bürgerbüro Stadtentwicklung lädt ein, gemeinsam mit den Macher*innen aus der Stadtverwaltung einen Blick auf das Gesamtkonzept zu werfen und es zu diskutieren

Alles im Fluss – Flussbaden, Freizeitflächen und Renaturierung an der Ihme

Von |2022-08-31T21:11:42+01:0023.06.2022|

Zukünftig in Leine und Ihme schwimmen gehen? 

Um diese Frage ging es am 23.05.2022 in der Jugendherberge Hannover bei der Diskussionsveranstaltung „Alles im Fluss – Flussbaden, Freizeitflächen und Renaturierung an der Ihme“ vom Bürgerbüro Stadtentwicklung Hannover e. V. (bbs).

Vergleichsprojekte in München, Bremen, Basel sowie vielen weiteren deutschen und europäischen Städten zeigen, dass das Baden in Flüssen möglich ist. Könnte Flussbaden daher auch in Hannover ein Aushängeschild für mehr urbane Lebensqualität sein? Die letzten Projekte um Flussbadestellen in Hannover zeigten, dass es noch viel Uneinigkeit gibt. Denn obwohl Flussbaden eine lange Tradition in Hannover hat, haben sich die Badestellen bisher nicht dauerhaft halten können.

Aufgegriffen wurde die Diskussion um Flussbadestellen durch die im Jahr 2021 veröffentlichte Masterarbeit von Maxim Altenburger. In seiner Ausarbeitung präsentierte er neue Bademöglichkeiten in Hannover, die sich entlang des Maschsees Richtung Schützenplatz und bis zur Jugendherberge Hannover ziehen. Das bbs hat die Debatte aufgegriffen und die Stadtgesellschaft eingeladen, gemeinsam über die Zukunft und dauerhafte Lösungen zu sprechen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Helene Grenzebach (Geschäftsstellenleiterin bbs) und Gerry Visse (Vorstand bbs). Zu Beginn der Veranstaltung rief Helene Grenzebach die Teilnehmer*innen dazu auf, aufzustehen, wenn sie bereits in der Leine und Ihme 1. geschwommen sind, 2. Boot oder Schiff gefahren sind, 3. Angeln waren und/oder 4. sich gerne in der Nähe dieser Gewässer aufhalten.

Angeregt durch diesen ersten Impuls wurden die Anwesenden dazu aufgefordert „Hoffnungen und Wünschen“ sowie „Herausforderungen und Befürchtungen“ zu konkretisieren, welche anschließend an zwei Pinnwänden nach Themen sortiert wurden. Zwischen Befürworter*innen und Gegner*innen des Flussbadens entstand ein reger Austausch.

Thema war vor allem die Rücksichtnahme auf die Wassersportvereine: Die Schnelligkeit der Ruderboote und schlechte Sichtbarkeit von Schwimmenden würden häufig unterschätzt, weshalb die Forderung nach abgegrenzten Bereichen fürs Schwimmen laut wurde. Es herrschte Unverständnis, warum das große Potential der Flüsse für Naherholung bisher noch nicht genutzt wird. Hundebesitzer*innen befürchten hingegen den Verlust von naturbelassenen Auslaufflächen, wenn Badestellen eingerichtet werden. Auch forderten viele Gäste die Berücksichtigung von Naturschutzbelangen: Man müsse die Wasserqualität testen und klären, inwiefern organisierter Badebetrieb mit Renaturierungsflächen vereinbar seien. Überdies müssten mehr Mülleimer, Straßenlaternen und Fahrradständer aufgestellt werden, damit ein achtsamer Umgang mit der Natur sowie ein höherer Grad an Sicherheit rund um die Ufer sichergestellt werden kann.

Das Sammeln von Anregungen zeigte, dass Akteur*innen zu offener Kommunikation bereit sind und über Lösungen sprechen möchten. Die Nutzungskonflikte rund um den Fluss machten aber auch deutlich, dass es Bedenken zu Veränderungen und Verlusten gibt, die bei zukünftigen Diskussionen nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Nach der Ideensammlung fanden sich vier Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen: Sicherheit, Mut zur Veränderung, Neue Nutzungen und Naturschutzbelange sowie der Umgang mit bestehenden Nutzungen. Die Gruppen sollten neben ihrer Fragestellung auch die übergreifende Frage aufgreifen, wie den Anforderungen um Flussbaden gerecht werden kann und trotzdem einen Steigerung der Nutzungsqualität erreicht werden kann. Die Ergebnisse der jeweiligen Gruppen wurden im Plenum vorgestellt und debattiert.

Julia Sembritzki und Mike Burkhardt vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mittellandkanal / Elbe-Seitenkanal erhielten dann das Wort für einen fachlichen Input. Sie erörterten die gesetzlichen Regularien, mit denen sich auseinander gesetzt werden müsste, wenn Flussbadestellen in Hannover realisiert werden. Sie machten deutlich, welche Abschnitte der Leine und Ihme zum Baden in Frage kommen würden, da das Schwimmen zum Beispiel 100 Meter vor und hinter Brücken oder an Schleusen aktuell nicht erlaubt ist (siehe Karte). Sie betonten, dass die Ihme eine Bundeswasserstraße ist und beschrieben, dass aus ihrer Perspektive Badeverbote geregelt seien, Badeerlaubnisse jedoch nicht.

Die Veranstaltung hat verdeutlicht, dass es eine starke Nachfrage zu urbanen Freizeitflächen am Wasser in Hannover gibt. Um dieser jedoch zu begegnen, müssen die rechtlichen, sicherheitsrelevanten, organisatorischen und naturschutzfachlichen Fragestellungen zum Thema Flussbaden mitbedacht werden. Dass es dabei zu Nutzungskonflikte kommen kann, ist klar, was aber nicht bedeuten muss, dass man nicht mit guter Kommunikation und Beteiligung Lösungen finden kann. Der Wunsch, die Diskussion über die Veranstaltung hinaus weiterzuführen, ist dringend.

Wenn Sie Interesse am Thema haben, schicken Sie uns gerne eine Mail, um in einen Verteiler zum Thema aufgenommen zu werden. Dieser wird allen zur Verfügung gestellt, die auch selbst ihre Kontakte für diesen Zweck freigegeben haben.

Die Rot markierten Flächen zeigen die Badeverbotszonen.

Straße – Macht – Stadt. Die Innenstadt als Lebensraum

Von |2022-06-21T08:29:22+01:0021.06.2022|

Raum zum Leben, für Aufenthalt und Begegnung sowie Klimaanpassung und mobil sein auch ohne Auto: Am 05.05.2022 diskutierten ca. 50 Gäste im Saal der Volkshochschule Hannover (VHS) gemeinsam mit dem Bürgerbüro Stadtentwicklung (bbs) über ihre Bedürfnisse nach einer Vielgestaltigkeit der Straßen in Hannovers Innenstadt. Es war die achte Veranstaltung des bbs in Kooperation mit der VHS Hannover in der Reihe „ZUKUNFTinnenSTADT“. Moderiert von den beiden Vorstandsmitgliedern Prof. Tanja Mölders und Swantje Michaelsen (MdB) wurde nachgefragt, wofür und für wen Straßen eigentlich da sind und wie es gelingen kann, dass *alle* Stadtbewohner*innen mehr Nutzungsmöglichkeiten auf unseren Straßen haben als Parken und Autofahren.

Denn wie ist die Situation heute, wie bewegen wir uns eigentlich in der Stadt fort? Diese Frage wurde mittels eines Rollenspiels aus unterschiedlichen Perspektiven beantwortet: Einem fiktiven 9jährigen Kind, der 14 Jährigen, der alleinerziehenden Frau und dem berufstätigen Mann wurden Fragen zu ihrem Mobilitätsverhalten und selbstständigen Bewegungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum gestellt. Die Gäste durften je nach der Antwort der ihnen zugewiesenen Rolle Schritte von der Startlinie weg machen. Dass sich nach nur wenigen Fragen ein sehr breites “Feld” ergab, weist anschaulich darauf hin, dass wirtschaftlicher Hintergrund, Geschlecht und Alter ganz konkrete Auswirkungen auf Mobilitätsverhalten und Bewegungsmöglichkeiten haben. Es gibt große Gruppen, die wortwörtlich zurückgelassen werden und deren Bedürfnisse im Ist-Zustand nicht berücksichtigt werden.

Daran anknüpfen sollte ein Vortrag von Steffen Brückner, der kurzfristig verhindert war. Die Perspektive der Kinder auf den Straßenraum, die Brückner durch die Kinder-Fahrraddemo “Kidical Mass” stärken will, wurde trotzdem thematisiert. Dabei wurde deutlich, dass die meisten Kinder von den Eltern und deren PKW abhängig sind. Die gebaute Umwelt spielt dabei eine zentrale Rolle, viel zentraler als das Alter: Komme ich mit dem Rad autofrei zur Schule? Wie viele große Straßen muss das Kind kreuzen? Wie weit ist die Schule entfernt?

„Der öffentliche Raum ist nicht fair verteilt“

Als weitere Expertin war Juliane Krause eingeladen. Sie setzt sich als Verkehrsplanerin für nachhaltige Mobilität aus Genderperspektiven und den Anforderungen der nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer*innen auseinander. Sie berichtete, dass es durch eine gelungene Stadtplanung möglich ist, dass öffentlicher Raum nicht als Angstraum wahrgenommen wird, sondern als Ort zum Verweilen, zum Spielen oder zur Kommunikation. Ziel solcher Planung sei es, ein sicheres, eigenständiges Leben für jede*n zu gewährleisten, seien es Frauen, Menschen mit Einschränkungen, Kinder oder Senior*innen. Um dies zu erreichen, brauche es kurze Wege zur Nahversorgung, Sicherheit und Barrierefreiheit sowie genügend Abstellplätze für Fahrräder, Rollatoren, Kinderwagen, etc.. , so Juliane Krause. „Der öffentliche Raum ist Lebensraum, den wir uns wieder aneignen müssen“, so die Expertin. Je vielgestaltiger ein Ort geplant ist, desto mehr steigt auch die Akzeptanz in der Bevölkerung.

Entschleunigung im Straßenverkehr ist für die Wiederaneignung der Straßen als Lebensraum ein Kernelement. Eine verkehrsberuhigte Innenstadt lädt dazu ein, bestehende Qualitäten besser zu nutzen. Im Vortrag zeigte Juliane Krause gute Beispiele anderer Städte in Deutschland, welche auch in Hannover umsetzbar wären.

Ideensammlung und Konkretisierung

Durch Julian Krauses Vortrag inspiriert, leiteten die Teilnehmer*innen Gestaltungspotentiale und Ideen für Hannovers Innenstadt ab. Da die Stadt wenig Geld für großräumige Projekte hat und außerdem Stadt-Umbau auch viel CO2 verursacht, müsse sich eine neue Planungs-Mentalität entwickeln. Statt Neubau sollte in der Stadtplanung eine DIY Mentalität entstehen: Kleinteilige Experimente planen und vorhandene Strukturen umdenken bzw. umplanen. Swantje Michaelsen meinte diesbezüglich: „Mit einer großen Ladung Poller und Straßenfarbe könnte Hannover ohne hohe Kosten schon große räumliche Potentiale freisetzen“.

Zum Ende des Abends wurde immer deutlicher: Park- und Verkehrsraum für Autos verhindert eine zukunftsgewandte Entwicklung. Wichtig sei es, Akzeptanz für eine sinnvolle Umnutzung der öffentlichen Räume in der Bevölkerung zu schaffen. Nicht nur Parkplätze wegnehmen, sondern sie zu „Orten für Jede*n“ umgestalten. Juliane Krause zeigte einige gute Beispiele in ihrem Vortrag, wie zum Beispiel Pflanzkästen die nicht nur für mehr Stadtgrün sorgen, sondern auch als Sitzgelegenheiten genutzt werden können. Im Publikum bestand große Einigkeit darüber, dass für eine erfolgreiche Verkehrswende mehr passieren muss. Genügend Ideen und Konzepte sind vorhanden, Kern der Stadtplanung und der Politik sollte nun sein, diese auch umzusetzen. Aktuell mangelt es noch an Mut: auszuprobieren, Fehler einzugestehen und Konzepte durchzusetzen.

Möglichkeiten für lokales Engagement für Geflüchtete aus der Ukraine

Von |2022-04-14T09:02:42+01:0014.04.2022|

Der Krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen beschäftigen auch das bbs. Bürgerschaftliches Engagement ist in solchen Zeiten besonders wichtig. Im Folgenden haben wir ein paar lokale Anlaufstellen aufgeführt um durch finanzielle Hilfen, Sachspenden und Bereitstellung von Unterkünften geflüchteten Ukrainer*innen und Organisationen zu helfen.

Spenden, Unterkünfte, aktiv werden

Ukrainischer Verein Niedersachsen
Der Verein bietet eine Anlaufstelle für Menschen die sich als Dolmetscher*innen, für Fahrdienste aber auch für langfristige Hilfen engagieren möchten. Zudem nimmt der Verein auch Sach- und Geldspenden an.

#Unterkunft Ukraine
Plattform für Privatpersonen und Geflüchtete, auf der Gesuche und Gebote für Unterkünfte geteilt werden können.

Hotline für Sachspenden der Caritas: 0800 58927994

Lokale Informationen

Stadt und Region Hannover bieten ständig aktualisierte Informationen rund um Hilfe für Geflüchtete an:

Über fluechtlinge@hannover-stadt.de können sich Hilfsorganisationen auf der Hannover-Stadt Internetseite eintragen lassen.

Die Koordinierungsstelle “Geflüchtete aus der Ukraine” hat eine Hotline für Bürger*innen, hier werden Fragen über die Situation Geflüchteter und Hilfsangebote beantwortet: 0511 16833333

Rechtliches

Im Wiki – AG Ukraine finden sich Informationen zu rechtlichen und praktischen Hilfen für Geflüchtete aus der Ukraine.

Für Kinder

Das Buch “Wie ist es wenn man kein Zuhause hat?” hilft, das Thema Flucht, Migration und Krieg mit Kindern zu thematisieren und sie zu sensibilisieren.

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