Bürgerräte für Hannover?

Das Thema Bürger*innenbeteiligung ist in Hannover nicht neu. Insbesondere in den 90er Jahren hatte Hannover eine klare Vorreiterrolle. Obwohl andere Städte aufgeholt haben und die Quantität an Bürger*innenbeteiligung in Hannover in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, wie einige Bürgerinitiativen mit Unmut äußerten, gibt es klare Tendenzen, dem entgegen zu wirken.

Im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl fand eine Veranstaltung des Forums Bürgerbeteiligung in der Marktkirche statt, bei der alle Kanditat*innen für die Position des*der* Oberbürgermeister*in anwesend waren. Dies ist mittlerweile über ein Jahr her, weswegen sich das Bürgerbüro die Frage gestellt hat, wie es mit dem Thema kooperative Stadtentwicklung und der Entwicklung der lokalen Demokratie weitergeht. Im Zuge dessen fand die Veranstaltung „Lebendige, lokale Demokratie: Der Hannoversche Weg“ im Kulturzentrum Pavillon statt. Unserem Gast Claudine Nierth – Expertin für Bürger*innenräte – wurde durch Statements von Vertreter*innen von Bürgerinitiativen und Vereinen aufgezeigt, wie die hiesige Beteiligungs-Landschaft aussieht: Uwe Staade von der Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer hat sich beschwert, dass in der Wasserstadt seit 5 Jahren keine Bürger*innenbeteiligung mehr stattgefunden hat und dass es einen Mangel an Handlungsbereitschaft seitens der Stadtverwaltung gibt. Auch Gerd Runge von der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ist unzufrieden darüber, dass Umgestaltungswünsche seit Jahren durch die Verwaltung blockiert werden.  Bernd Teunert von der Initiative Pro Kronsberg fühlt sich von der Verwaltung abgewiesen und wünscht sich eine Koordinierungsstelle bei der Stadt Hannover. Democracy in Motion, vertreten durch Klaus Windolph, fordert einen Beteiligungsrat, der aus 25 Mitgliedern besteht und für 3 Jahre eingesetzt wird. Die Mitglieder werden durch eine Zufallsauswahl mit einem qualifizierten Verfahren über 21 Kriterien ermittelt.

Gemeinsam mit dem Publikum, dem Oberbürgermeister und drei Ratsherren wurde diskutiert, wie eine Verbesserung der aktuellen Situation zu erreichen ist. In Anbetracht der aktuellen Situation konnten leider nur 50 weitere Gäste teilnehmen. Zum Großteil fand das Gespräch zwischen der Bühne und der ersten Reihe statt, jedoch hatte auch das Plenum die Möglichkeit, an das Mikrofon zu treten und ihre Wünsche, Forderungen oder Kritik zu äußern.

Claudine Nirth wurde als kundige Gesprächspartnerin in Sachen Bürger*innenbeteiligung eingeladen. Sie ist die Vorstandsvorsitzende des Vereins „Mehr Demokratie“, der bereits im Auftrag des Bundestages einen Bürgerrat auf Bundesebene initiiert hat. In unserer Veranstaltung hat sie darüber gesprochen, in wie fern man einen Bürgerrat auch auf kommunaler Ebene realisieren kann und welche Voraussetzungen dafür benötigt werden.

Nirths Meinung nach braucht es für gute Entscheidungen einen Dreiklang: Die repräsentative Demokratie, zum Beispiel Stadt- und Bezirksräte, trifft politische Entscheidungen. Wenn unlösbare oder kritische Fragen auftreten, kann eine Konsultative, also Bürgerräte, die repräsentative Demokratie beraten. Ist das dadurch erzielte Ergebnis für die Mehrheit der Bevölkerung nicht tragbar, sollen Bürger*innen die Möglichkeiten der direkten Demokratie – zum Beispiel Volksentscheide – nutzen können.

Der Bürgerrat ist ein dialogisches Format, das die Politik zu einer spezifischen Frage berät und zu diesem Zweck zeitlich befristet einberufen wird. Er ist nicht repräsentativ, sondern setzt sich aus zufällig ausgewählten Bürger*innen zusammen. Aus den gelosten Personen wird ein Querschnitt genommen, der sich zum Beispiel nach den Kriterien Geschlecht, Alter, Migrationshintergrund und höchster Bildungsabschluss richtet. Zu dem Aspekt hat Claudine Nirth angemerkt, dass das Verständnis und Interesse an Politik bei den Mitgliedern sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Ihrer Erfahrung nach haben am Ende dennoch alle Beteiligten die Teilnahme am Bürgerrat als eine große Bereicherung empfunden. Außerdem genießt das Format auch in Öffentlichkeit und Parlament eine große Akzeptanz. Ihre Traumvorstellung wäre, dass Bürger*innen „von unten“ Bürgerräte initiieren dürfen. Diese beschäftigen sich mit Fragestellungen und Themen, über die sich gewählte politische Vertreter*innen nicht einig werden und nehmen so eine wichtige beratende Funktion ein. Die Grundvoraussetzungen für die Implementierung und das Funktionieren der Bürgerräte sind das ernsthafte Interesse an den Ergebnissen und die Transparenz, dass „nur“ beraten wird und nicht entschieden. Für die Umsetzung und Durchführung dieser Räte wird ihrer Meinung nach eine Koordinierungsstelle, sowie ein*e einflussreiche*r, engagierte*r Fürsprecher*in benötigt. Etablieren sollte man diese Kultur durch eine Beteiligungssatzung.

Manfred Müller ist im Vorstand des Bürgerbüros Stadtentwicklung. Er betont die große Bedeutung, die die Bezirksräte in Hannover haben sollten. Sie sind gewählte Vertreter*innen der Bürger*innen und auf Augenhöhe mit dem Oberbürgermeister. Somit kann der Bezirksrat dem Bürgermeister die Beschlüsse und Forderungen der Bürger*innen direkt, ohne Einbezug eines weiteren Gremiums, kommunizieren.

Es ist wichtig, hier zwischen Bürgerräten und Beteiligungsräten zu unterscheiden. Bürgerräte werden einmalig, immer projektbezogen und zeitlich befristet (maximal sechs Monate) einberufen. Sie beraten die Politik zu einer Fragestellung, bei der keine befriedigende Einigung erzielt wird. Es handelt sich nicht um ein dauerhaftes Gremium, das alle Bauprojekte oder Veränderungen der Stadt begleitet. Dagegen ist der Beteiligungsrat, wie er von „Democracy in Motion“ vorgeschlagen wird, längerfristig angedacht. Neben aktuellen Prozessen nimmt der Beteiligungsrat selbstständig Projekte ins Visier, die er als wichtig erachtet und bestimmt die Verfahren, nach denen Beteiligung stattfindet. Er wirkt immer konsultativ, als Ergänzung der Bezirksräte, mit denen eng zusammengearbeitet werden soll.

Belit Onay, der Oberbürgermeister von Hannover, betont auch die Bedeutung der Bezirksräte. Darüber hinaus sieht er die entscheidenden Stellschrauben im Bereich der Bürger*innenbeteiligung darin, klare Rahmenbedingungen und Leitlinien zu entwickeln, sodass ein festes Regelwerk für die Handhabung von Beteiligung gegeben ist. Dennoch brauchen unterschiedliche Projekte und Bezirke unterschiedliche maßgeschneiderte Lösungen, sodass nicht nur die gut Organisierten zu Wort kommen. Um genau dieses Problem zu lösen, hält er Bürgerräte für sinnvoll. Durch diese wird auch Menschen Teilhabe ermöglicht, die sich nicht so gut artikulieren können oder aus anderen Gründen wenig Zugang zu anderen Beteiligungsformaten haben. Häufig sind es seiner Meinung nach aber genau die Personen, die von Baumaßnahmen am meisten betroffen sind. Er ist für mehr Transparenz und eine bessere Informationspolitik.

Daniel Gardemin (Grüne) ist Ratsherr, Fraktionsvorsitzender der Bezirksratsfraktion Linden-Limmer und Vorsitzender des Stadtverband Hannover. Er ist der Meinung, dass es in Hannover keine Politik-verdrossenheit gibt, da die Wahlbeteiligung in den letzten Jahren sogar gestiegen ist. Viel eher gibt es eine Verdrossenheit gegenüber den Menschen, die Politik machen. Hierbei spricht er von einer Krise der Repräsentation. Als Antwort darauf sieht er einen notwendigen Anstieg an niedrigschwelliger Beteiligungsmöglichkeiten. Gegen die Entfremdung will er mit bestimmten Instrumenten vorgehen, um die Menschen wieder zu mobilisieren. Hierbei nennt er eine bessere Informationspolitik zu Veränderungen im Stadtteil. Auch eine frühe Einbindung in Prozesse sowie einen Bürgerrat bei größeren Projekten, empfindet er als Notwendigkeit. Die Aufgabe des Mehrheitsbündnisses aus Grüne, FDP und SPD sieht er darin, Beteiligung zu institutionalisieren, sodass mehr Sicherheit und Zufriedenheit in Stadtbevölkerung sowie Verwaltung entstehen kann.

Wilfried Engelke (FDP) ist Ratsherr und Bezirksratsherr im Stadtbezirk Mitte. Er betont, dass es in Hannover immer wieder gute Beteiligungen, wie beispielsweise die Umgestaltung der Köngsworther Straße, gegeben hat. Aufgrund der Alltagserfahrungen der Anwohnenden konnten diese in dem Prozess hilfreiche funktionale Anregungen äußern und den Prozess somit voranbringen. Trotz der positiven Erfahrungen sind sich die drei Koalitionspartner einig, dass das Format Bürger*innenbeteiligung in Hannover einiger Verbesserungen bedarf und optimiert werden kann. Hierbei sieht er eine Chance im gelosten Bürgerrat und hofft, dass die Bürger*innen diese Chance auch wahrnehmen. Dieser Rat sollte eng mit den Bezirksräten zusammenarbeiten, da diese die Basis der Stadt sind, in direktem Kontakt mit den Bürger*innen stehen und ihren Stadtteil gut kennen. Engelke spricht sich dafür aus, bei Beteiligungsverfahren nicht nur auf Verwaltung, sondern auch auf externe Expert*innen, wie beispielsweise das bbs, zu setzen, wobei die Verwaltung die Ergebnisse gegebenenfalls implementiert. Als mögliches Problem sieht der Politiker, dass es bei dem Bürgerrat nur darum geht, Anregungen zu geben und letztendlich die Politik entscheidet, wie etwas gemacht wird. Dies muss vorher deutlich kommuniziert werden.

Jens Menge (SPD) ist Ratsherr und Bezirksratsherr im Stadtbezirk Ricklingen. Er spricht sich vor allem für die Stadtbezirksräte aus und bestätigt, dass diese sehr wichtig sind, da sie nah an den Bürger*innen und quasi Nachbarn sind. Die vor einigen Jahren eingeführten Stadtbezirksmanager*innen fungieren jedoch nicht als Stadtbezirksratsmanager*innen, sondern sollen das Gesicht der Verwaltung für die Bürger*innen und von ihnen ansprechbar sein. Sie agieren als Scharnier zwischen den Anliegen der Bürger*innen und der Verwaltung. In diesem Bereich sieht er Optimierungsbedarf. Die Anliegen müssen besser aufgenommen und weiteregegeben werden. Seiner Meinung nach muss Bürger*innenbeteiligung von der Spitze initiiert und von Anfang an mitgedacht werden. Außerdem bedarf es für eine funktionierende Beteiligung gut geschultes Personal.

Der Oberbürgermeister und die Vertreter der drei Farben aus der Ampel im Rat sind sich einig, dass Bürger*innenbeteiligung ein zentrales und wichtiges Thema ist. Den Hannoverschen Weg in Richtung kooperativer Stadtentwicklung und einer Weiterentwicklung der lokalen Demokratie wollen sie gemeinsam gehen und stehen Bürgerräten positiv gegenüber. Sie sind sich auch einig, dass dieser Rat nicht mehr als eine beratende Funktion haben kann. Da es noch keine konkrete Planung für Bürgerräte gibt und es bis zu deren Etablierung noch lange dauert, stellt sich den Bürger*innen und Initiativen die berechtigte Frage: Was ist die Zwischenlösung, bis es Bürgerräte gibt?

Manfred Müller macht Hoffnung und lobt die Einrichtung der Koordinierungsstelle für Beteiligung von Einwohnerinnen und Einwohnern. Er appelliert dringend an die Politiker*innen, die beschlossene Einführung einer strukturierten Bürger*innenbeteiligung im Prozess von „Mein Hannover 2030“ noch in dieser Legislaturperiode umzusetzen.

Autorin: Lena Skade, Praktikantin im Bürgerbüro

Von |2020-11-25T13:12:26+01:0025.11.2020|

Lebendige, lokale Demokratie: Der Hannoversche Weg

Am 22.09.2020 fand unsere Veranstaltung zum Thema “Lebendige, lokale Demokratie: Der Hannoversche Weg”, statt. Mit verschiedenen Gästen, unter anderem dem Oberbürgermeister Belit Onay, sowie Vertretern der Parteien FDP, SPD und Grüne wurde darüber diskutiert, wie wir die lokale Demokratie konkret in Hannover weiterentwickeln können. Außerdem wurde über Bewegungen hin zu mehr Bürger*innenbeteiligung gesprochen. In den folgenden Videos könnt ihr euch entweder in der kurzen Version die zentralen Statements unserer Gäste noch einmal anhören oder in der langen Version die gesamte Veranstaltung nachträglich miterleben.

Von |2020-10-15T12:55:18+01:0015.10.2020|

Flächengerechtigkeit – ein Leitbild der Verkehrsplanung?

Velorouten, Lastenräder und die autofreie Innenstadt. Weg von den Autos und hin zu alternativen Verkehrsmitteln in der Stadt. Oder wie Andreas Knie auf dem HAZ Mobilitätsforum sagte: Die Städter*innen erobern sich ihren Lebensraum von den Autos zurück. Der Trend scheint klar, aber woran liegt das? An der Effizienz von Fahrrädern gegenüber Autos in der Stadt? Am Klimabewusstsein und der Suche nach möglichst nachhaltigen Verkehrsmitteln? Oder möchten die Hannoveraner*innen einfach fit bleiben?

Der Küchengarten

Die SpeakUp! Box, ein hannoversches Projekt, hat am 4. September auf dem Küchengartenplatz hannoveraner Bürger*innen gefragt, was sie vom Küchengarten halten und wie sie sich die Zukunft des Küchengartens vorstellen. Hier  treffen nicht nur Linden Nord und Linden Mitte aufeinander, sondern auch die Elisenstraße, die Limmerstraße, die Blumenauer Straße, die Fössestraße und die Spinnereibrücke.  Genau diese Kreuzung sorgt für reichlich Konflikt. Lange Wartezeiten an den zahlreichen Ampeln und unübersichtliche Straßenführungen sorgen dafür, dass man sich als Fahrradfahrer*in oder Fußgänger*in auf der Kreuzung nicht sicher fühlt. „Es fühlt sich immer so an, als könnte es gleich zu einer gefährlichen Situation kommen“, sagt beispielsweise ein Lindener.

Die Hannoveraner*innen haben klare Wünsche

Bei meiner Befragung ist eines klargeworden: Die Hannoveraner*innen setzen auf Fahrräder. Viele erhoffen sich von der Neugestaltung des Küchengartens, dass den Fahrradfahrer*innen endlich mehr Platz zugesprochen wird und dass auch Fußgänger*innen berücksichtigt werden. Ein Anwohner merkt beispielsweise an, dass man keine vier Autospuren brauche und stattdessen zwei Spuren den Fahrradfahrer*innen überlassen könne. Diese sollten sich aber auch an den tatsächlichen Bedürfnissen der Radfahrer*innen orientieren, merkt ein anderer Anwohner an. Oft beobachte er, dass die Radler*innen über rot fahren oder sich nicht an alle Verkehrsregeln halten. Indem man die Verkehrsführung nicht nur an den Autos ausrichtet, sondern auch alle anderen berücksichtigt, könne man diesem Problem entgegenwirken. Die Tendenzen sind also eindeutig und die Stimme der Anwohner spricht sich klar für mehr Platz für Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen aus. Doch woran liegt diese Einigkeit?

Flächengerechtigkeit – die Devise der Zukunft?

All diese Punkte – Fläche von den Autos für andere Teilnehmer*innen des Verkehrs zurückzugewinnen, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen zu berücksichtigen und die Stadt nutzbarer zu machen – sind Aspekte von Flächengerechtigkeit. Also der Anspruch an die Stadt, die verfügbare Fläche „gerecht“ unter allen aufzuteilen und dabei alle Verkehrsteilnehmer*innen zu berücksichtigen. Obwohl kaum jemand im Rahmen der SpeakUp! Box oder der Befragungen das Konzept der Flächengerechtigkeit nennt, war der Wunsch nach ihr allgegenwärtig. Aspekte wie Umweltschutz und Reduktion von Luftverschmutzung und Treibhausgasen wurden bei der Beurteilung der Verkehrssituation nicht genannt.

Die Idee der Städter*innen von Fortbewegung in der Stadt hat sich klar verändert. Das Fahrrad, E-Bike oder Lastenrad als Hauptverkehrsmittel ist selbstverständlich geworden und auch die Entscheidung, in der Stadt kein Auto mehr zu besitzen ist keine Seltenheit mehr. Damit geht einher, dass von Politik und Verwaltung selbstverständlich erwartet wird, sich diesen Veränderungen anzupassen. Am 07. Oktober hat Belit Onay die erste von acht geplanten Velorouten eröffnet, die die Stadtteile Hannovers mit der Innenstadt und untereinander verbinden sollen. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bleibt zu hoffen, dass ein solcher Schritt auch am Küchengarten gegangen wird.

Autorin: Janne Zerbe, Praktikantin im Bürgerbüro

Von |2020-10-14T13:39:29+01:0014.10.2020|

Urbane Konflike und die Krise der Demokratie

Die repräsentative Demokratie steckt in der Krise: Populistische Ideen und Strömungen gewinnen an Einfluss, was dazu führt, dass das Vertrauen in politische Strukturen abnimmt. Dies ist jedoch nicht nur in ländlichen Regionen, sondern auch in urbanen Räumen zu beobachten. Zu diesem Thema haben Studierende an Universitäten in Jena und Tübingen das Forschungsprojekt PODESTA (Populismus und Demokratie in der Stadt) durchgeführt. Ausgangsfrage hierbei ist der Zusammenhang von Stadtentwicklung und Rechtspopulismus. Am 8. und 9. Oktober werden die Ergebnisse dieser Forschung im Rahmen der Online-Tagung „Urbane Konflikte und die Krise der Demokratie – Stadtentwicklung, Rechtsruck und soziale Bewegungen“ vorgestellt und diskutiert. Diese bietet zudem ein Forum für die Analyse der politischen Situation und die Auseinandersetzung um Strategien gegen Rechtsruck und Autoritarismus. Wenn du an der Tagung und den Diskussionen teilnehmen willst, kannst du gerne deine Anmeldung an info@podesta-projekt.de schicken. Weitere Informationen findest du auf der Website!

Von |2020-09-29T14:15:38+01:0029.09.2020|

Das Bürgerbüro Stadtentwicklung sucht Verstärkung!

Das Bürgerbüro Stadtentwicklung sucht motivierte, selbstständige und gut organisierte Praktikant*innen und studentische Hilfskräfte (40 Stunden/Monat).

Wenn du an Stadtentwicklung und Bürger*innenbeteiligung interessiert bist und Spaß an Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit hast, Erfahrungen in PR erlangen oder weiter ausbauen oder dein Netzwerk in Hannover stärken möchtest, bist du im Bürgerbüro Stadtentwicklung an der richtigen Adresse!

Solltest du dich für ein Praktikum interessieren, wäre ein Studium in den Bereichen Architektur, Freiraumplanung, Stadt- und Regionalplanung, Geographie, Public Relations u. ä. von Vorteil.

Als studentische Hilfskraft lägen deine Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit und Umsetzung von PR-Maßnahmen, der Vor- und Nachbereitung von öffentlichen Veranstaltungen, der Betreuung unserer Social Media Kanäle und der Pflege unserer Webseite, weshalb Erfahrungen mit „wordpress“ sowie den Office-Programmen wünschenswert sind. Zudem solltest du an einer deutschen Hochschule immatrikuliert sein und über gute Deutschkenntnisse verfügen.

Wir sind ein entspanntes und kreatives Team und freuen uns über deine Kurzbewerbung an info@bbs-hannover.de!

Von |2020-09-29T12:48:46+01:0001.09.2020|

Call for Membership – ARL

Wie klimaangepasst können wir planen, bauen und entwickeln? Was ist zielführend und wie lernen wir aus guten (und schlechten) Beispielen?

Um auf diese Fragen eine Antwort zu finden, richtet die Akadamie für Raumentwicklung in der Leibnizgesellschaft einen Arbeitskreis zum Thema “klimaangepasste Stadt- und Regionalentwicklung“ ein und ist auf der Suche nach Mitgliedern. Zur Mitwirkung werden Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis mit Expertise in der Stadt- und Regionalentwicklung, der räumlichen Planung (Stadt-, Regional-, Raum- oder Landschaftsplanung und weitere Fachplanungen), den Raum-, Umwelt-, Sozialwissenschaften sowie aus Verbänden oder Organisationen gesucht, die sich durch dieses Thema angesprochen fühlen. Leiter des Arbeitskreises ist PD Dr. Marco Pütz, Eidg. Forschungsanstalt WSL in Birmensdorf/Zürich.
Du hast Interesse? Dann schick deine Bewerbung bis 02.08.2020 an Dr. Barbara Warner (warner@arl-net.de)! Weitere Informationen findest du auf der Website!

Photo by 贝莉儿 DANIST on Unsplash

Von |2020-07-08T10:39:23+01:0008.07.2020|

Bürger*innenbeteiligung Ihme-Zentrum

Mit dem Projekt “Durchwegung” soll die Fuß- und Radwegeverbindung im Ihme-Zentrum zwischen Ida-Arenhold-Brücke und der Blumenauer Straße ab Anfang 2021 saniert und aufgewertet werden. Dafür stehen zwei Varianten zur Diskussion, die gemeinsam vom Düsseldorfer Architekturbüro RKW und hannoverschen Grünplanern vorgelegt wurden.

Die Bürger*innenbeteiligung läuft noch bis zum 19. Juli. Deine Stimme kannst du auf drei Arten einbringen:

  1. Online auf der Website
  2. Bei Infoterminen vor Ort (Anmeldung erforderlich) oder
  3. Per Ideenbriefkasten mittels spezieller Postkarte auf der Ida-Arenhold-Brücke

Foto: https://ihme-zentrum.info/

Von |2020-07-02T10:26:27+01:0002.07.2020|

Webinar mit PLACEm

PLACEm Webinar

Damit Veranstaltungen in Zeiten von Corona nicht gänzlich wegfallen, haben wir am Dienstag, den 12.05.2020, die erste Online-Veranstaltung zum Thema PLACEm und digitaler Beteiligung realisiert.  Diese fand in Kooperation mit dem Verein „Politik zum Anfassen e.V.“ statt.

Ca. 30 Teilnehmer*innen wollten die Beteiligungs-App kennenlernen. Das große Interesse an der Veranstaltung hat uns sehr gefreut.

Nach einer Einleitung zur Entstehung der App, haben wir uns einen Überblick über die verschiedenen Tools und deren Einsatzmöglichkeiten verschafft. Anschließend wurde die App live „gespiegelt“, sodass jede*r Teilnehmer*in sehen konnte, welche Funktionen und Möglichkeiten PLACEm bietet. Natürlich fragt man sich als Teilnehmer*in: Wie kann eine solche Beteiligungs-App in der Praxis angewendet werden? Um eine Antwort darauf zu finden, wurde ein Praxisbeispiel aus Herford vorgestellt: Hier wird PLACEm als Kontaktmöglichkeit zu Jugendlichen genutzt, da sich der Kontakt über die herkömmlichen Messenger wie Facebook oder WhatsApp aus Datenschutzgründen als sehr kompliziert oder nicht möglich gestaltet.

Da viele unserer Teilnehmer*Innen aus dem Bereich der Bürger*Innenbeteiligung dabei waren, wurde diskutiert und überlegt wie man die App auch abseits der Schule nutzen kann.

Um die App auch in Planungsprozesse zu integrieren, bräuchte es ein Tool um Ergebnisse zu exportieren, das wird bei dem nächsten Update vielleicht möglich sein.

Wir hoffen wir konnten neue Formen von Beteiligungsprozessen anregen und euch PLACEm etwas näher bringen. Wer mehr über die App erfahren  oder mit den Macher*innen in Kontakt zur Fragenklärung treten möchte, gerne hier klicken: : https://www.politikzumanfassen.de/placem/

Wir sind freuen uns weiterhin über digitalen Austausch und hoffentlich baldige Veranstaltungen in Person.

Von |2020-05-20T09:03:53+01:0020.05.2020|

Newsletter 05/01

Unser aktueller Newsletter ist da!

Alles zu Rufweite – deinem Nachbarschaftsmagazin, unserem Webinar zur Mitmach-App PLACEm am 12. Mai um 18 Uhr und zu unseren Audio.StadtRadTouren können Sie hier online nachlesen.

Photo by Jon Tyson on Unsplash
Von |2020-05-05T11:31:43+01:0005.05.2020|

Es gibt 4 neue Audio.StadtRadTouren zu entdecken!

Zurzeit bestimmen eher digitale Welten und die eigenen vier Wände unseren Alltag. Wen es abgesichts des Frühlings nach draußen zieht und noch Anregungen für den Aufenthalt an der frischen Luft sucht, dem können wir weiterhelfen!

Mit unseren vier neuen Audio.StadtRadTouren können Sie nun noch mehr Facetten von Hannovers Stadthistorie und kulturellen Stätten kennenlernen. Neben dem Entdecken von Hannovers Secondhand-Szene und dem Erleben von Orten der Literatur können Sie auch mehr über Rudolf Hillebrechts Wirken in der Stadt erfahren. Eine ganz besondere Tour haben wir mit „Revisited – oder Landschaft erzählt Geschichte aufgenommen. Sie ist eine Wiederaufnahme der allersten Radtour von 1988!

Insgesamt unfasst unser Angebot damit nun 20 spannende Touren mit ca. 160 Hörstationen. Wir wünschen viel Freude mit unseren neuen Hörstationen und frohes Radeln!

Von |2020-04-16T10:39:05+01:0020.04.2020|

Stellenausschreibung – Leitung der Geschäftsstelle

Wir suchen eine neue Leitung unserer Geschäftsstelle und freuen uns über aussagekräftige Bewerbungen von Persönlichkeiten die Hannovers Stadtgesellschaft mitgestalten wollen.

Leitung (w/m/d) der Geschäftsstelle des Bürgerbüro Stadtentwicklung Hannover e. V. (halbe Stelle)

 Ihr Aufgabenbereich umfasst die eigenverantwortliche Leitung der Geschäftsstelle:

Zusammenarbeit mit den Gremien sowie inhaltliche und strategische Weiterentwicklung und Profilierung bbs, kollegiale Führung von Mitarbeiter*innen

und des Themenfeldes „Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung“:

Nach außen gerichtete Aufgaben: Beratung von und mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zur kooperativen Stadtentwicklung, Konzeption, Durchführung und Dokumentation von Veranstaltungen und Projekten

Es braucht: Erfahrung in der Leitung von Projektteams und Kenntnisse besser noch Praxis in der Beteiligung von Bürger*innen und der Stadtentwicklung, sowie:

ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit und hohe soziale Kompetenz, strategisches Denken und schnelle Auffassungsgabe, Fähigkeit zum selbständigen, strukturierten Arbeiten, Führungskompetenz und Teamfähigkeit, Flexibilität und die Fähigkeit, Menschen zu begeistern sowie Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit

Es erwartet Sie eine abwechslungsreiche, anspruchsvolle Arbeit mit interessanten Menschen und Freiräumen zur Gestaltung ihres Arbeitsfeldes.

Wir freuen uns über Ihre Bewerbungsunterlagen mit Gehaltsvorstellung und Eintrittstermin per Mail bis zum 30.04.2020.

Ihre Ansprechpartnerin im bbs ist: Rebekka Jakob info@bbs-hannover.de 0511/7000934.

ausführliche Stellenausschreibung zum Download.

Hannover, März 2020

Von |2020-03-27T13:17:02+01:0027.03.2020|

Zukunft der Stadt? Gerechte Stadt!

Welche Zukunft hat Hannover? Viele Themen poppen auf: Mobilität, Wohnen, Grün, Klimaschutz, Partizipation, Demokratie und Populismus, Bildung, Nachbarschaft, Zukunft der Arbeit, Gender, Inklusion, Zuwanderung, Digitalisierung und genauso viele Fragen danach: was bedeutet das in all diesen Handlungsfeldern und für alle Akteure in unserer Stadt?

Die Antwort des bbs auf die Frage nach der guten Zukunft für unsere Stadt ist – im Sinne unseres Leitbildes der kooperativen Stadtentwicklung – sehr klar: wir setzen uns für die gerechte Stadt ein. Eine Stadt in der jede und jeder mitwirken kann, sich einbringen kann, in der alle Menschen reelle Chancen für ein gutes Leben und ein faires Miteinander haben, in der alle zählen auch wenn sie nicht wählen.

Vor 25 Jahren wurde das bbs gegründet um vor der Weltausstellung EXPO 2000 auch den kritischen Stimmen Gewicht zu verleihen. Damals als stadtweite Anwaltsplanung hat das bbs auch den schwächeren zur Artikulation und Vertretung ihrer Interessen beigetragen. Noch heute versteht sich das bbs als Lobbyist für eine kooperative, nachhaltige und faire Stadtentwicklung. Anlässlich der ersten 25 Jahre bbs wollen wir deshalb Antworten auf die Frage suchen und finden wie die gerechte Stadt der Zukunft aussieht, wie sie sich anfühlt, wie sie für alle zur Realität werden kann und was wir heute dafür tun können um sie Wirklichkeit werden zu lassen. Deshalb stehen 2020 alle Aktivitäten des bbs unter der Überschrift: „Zukunft Stadt? Gerechte Stadt!“

Neben der Diskuss ion auf Podien und mit Fachleuten wollen wir gern auch mit allen Einwohner*innen Hannovers persönlich ins Gespräch kommen. Wir haben ein Portal erstellt auf dem die Hannoveraner*innen sichtbar werden. Und fragen auch Dich nach Deiner Meinung zur gerechten Stadt. Was ist nötig, damit die Stadt Hannover zur gerechten Stadt für alle wird. Was ist eine gerechte Stadt für Dich? Du kannst uns auf unserer Website unter „Gerechte Stadt“ deine Meinung mitteilen oder uns auf Veranstaltungen ansprechen. Wir freuen uns auf Deine Nachricht!

Von |2020-03-19T17:45:47+01:0012.03.2020|

Zukunft Stadt – Wie bewegen wir uns morgen? Gemeinsam!

24.01.2020

Kein anderes Thema beschäftigt Hannover derzeit so vielschichtig wie das Thema der Mobilität. Bei der Veranstaltung des bbs im Kulturzentrum Pavillon Hannover stand die Frage im Raum “Wie bewegen wir uns morgen? ” und der kleine Saal platzte fast aus allen Nähten. Über 200 Hannoveraner*innen waren gekommen. Oliver Kuklinski und Rebekka Jakob führten als Moderator*innen kurz in die Thematik Mobilität ein.
Das bbs hatte die Idee, dass es zum Thema wichtig ist miteinander zu reden, Wege zu finden und dann gemeinsam zu handeln. Weg vom Gegeneinander, denn niemand ist nur Nutzer*n eines Verkehrsmittels, wir alle nutzen die Stadt und die können wir nur gemeinsam fortentwickeln. Dafür haben wir ein gutes Beispiel an dem Abend gelebt. Die Redeanteile der Menschen im Plenum waren fast genauso groß wie die der Impulsgeber*innen. Und das wichtigste: sie waren miteinander im Gespräch, jede*r hatte die Gelegenheit in der Gruppe die eigenen Mobilitätsbedürfnisse zu erzählen und zu erfahren, welche Verkehrsmittel die anderen Nutzen und benötigen.

Aktuelle Themen der Mobilität in Hannover:

Ausbau Radverkehrs
Infrastruktur
365€ – Ticket im GVH Autonomes Fahren Autofreie Innenstadt Flächengerechtigkeit
Öffentlicher Raum für
alle = fair!
Micromobilität
Scooter + Co.
Ausbau ÖPNV
Stadtbahn Südstadt,
neue Gleise Hbf
E-Mobilität
PKW/ LKW
Straßensanierung
Geibelstr.,
Schmiedestr.,
Braunstr.,
….
U21 Jahrescard 150€ Verkehrssicherheit
LKW Abbiegeassistent,
Bike flash,
Mobilnetzwerk
Region Hannover
Superblocks
Anwohnerzone
Parkraumbewirtschaftung
kostenfreier ÖPNV Citylogistik
Luft- und Lärmemission
Parkchaos
Stellplatzmangel
PKW-Zuwachs
Shopping- und Pendelverkehr

Der Zukunftsvisionär des Volkswagenkonzerns Wolfgang Müller-Pietralla, der in Hannover Biologie studiert hat und dessen Kinder hier geboren sind, brachte die klare Message mit, dass wir nur gemeinsam die Stadt der Zukunft gestalten können. Derzeit gebe es sehr diverse Szenarien und Vorstellungen der Zukunft, gebraucht wird eine gemeinsames Bild der Zukunft. Diese zu entwickeln ist abhängig von Werten und wird je nach kultureller Ausrichtung auf verschiedenen Kontinenten auch unterschiedlich ausfallen. Einen internationalen Konsens zu erreichen erachtet Herr Müller-Pietralla daher als schwierig.
Es brauche klare Veränderungen der Infrastruktur, die dafür sorgen, dass zum einen Verkehrswege vermieden werden durch Dezentralisierung. Zum anderen muss aber auch die Mobilität neu organisiert werden, derzeit kommen immer weitere Mobilitätsangebote hinzu ( bspw. e-Mobilität oder Car-, scooter- und  Ride-sharing Anbieter), aber auch die Etablierten bleiben bestehen. Mit dem autonomen Fahren wird die Komplexität der Organisation des stehenden und fließenden Verkehrs weiter zu nehmen.
Weitere Lösungsansätze zu Erhaltung von Lebensqualität in Städten sind seines Erachtens außerdem unter anderem in der vertikalen Aufbewahrung von Fahrzeugen und in der Sicherstellung des fließenden Verkehrs zu finden. Die Digitalisierung von Fahrzeugen kann dazuführen, dass Ampeln zu Regelung des Verkehrs zukünftig überflüssig werden und Fußgänger und Radfahrer dennoch gefahrlos die Straße überqueren können.

Christine Rettig, Sprecherin vom ADAC, und Dirk Hillbrecht, Vorstandsmitglied des ADFC, haben bekannte Positionen ihrer Clubs versiert vertreten. Unser Moderator Oliver Kuklinski regte an, dass die beiden Mobilitätsclubs gemeinsam eine Vision der Zukunft der Mobilität entwickeln sollten, das sorgte für freundliche Heiterkeit.

Frau Rettig meint das Ziel der Mobilität müsse sein, dass alle sicher an ihr Ziel kommen. Der ADAC plane daher eine Kampagne die zum Perspektivwechsel einlädt und dazu auffordern soll, sich in die Fahrer*innen eines Lieferwagens, Autos, Fahrrades oder E-Scooters hineinzuversetzen. Sie appellierte, dass jede*r sich zunächst selbst fragen sollte: „Was will ich beitragen?“ zu einer zukunftsgerichteten nachhaltigen Mobilität.

Herr Hillbrecht betont, dass das Fahrrad an sich ein sehr umweltgerechtes aber auch ein sehr sozial gerechtes Verkehrsmittel ist. In dem Masterplan Mobilität wolle die Stadt Hannover den Fahrradverkehr auf 25% bis 2025 steigern, aktuell liegt der Anteil bei 19% und die Zahlen stagnieren seit 7 Jahren. Er plädiert dafür dem Radverkehr den Platz zugeben, den dieser braucht. Zwei Drittel aller Wege in der Stadt könnten komplett mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Aber die gefühlte Unsicherheit des Fahrradfahrens vermeide, dass mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren. Es müsse daher mehr Platz auf den Straßen geschaffen werden für zu Fußgehende und Radverkehr.

Der Forschungsleiter Mobilität vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung Ingo Kollosche brachte mit seinem Impuls die soziale Dimension der Mobilität in den Raum.
Er hat deutlich gemacht, dass all die Innovationen, die im Rahmen der Digitalisierung Einzug halten, vor allem dort greifen, wo Unternehmen damit einen Markt erschließen. Ökologische Effekte (im Sinne von weniger Fahrten) sind dadurch aber bisher nicht eingetreten. Deutschland hat im Gegenteil einen Höchststand an KFZ-Zulassungen.
Das Herz der Transformation der Mobilität sieht Herr Kollosche daher im ÖPNV in Städten, aber auch auf dem Land, wo dieses oft große Lücken aufweist.
Sprich ein gerechtes Mobilitätskonzept der Zukunft braucht die öffentliche Daseinsvorsorge, um den ÖPNV gerecht und flächendeckend auszubauen. Ohne den ÖPNV würden alle die nicht genug Geld, Jugend, Gesundheit, Bildung also Zugang zum Markt haben oder womöglich außerhalb der Stadt wohnen von Mobilität abgehängt. E-Mobilität sollte daher genutzt werden um Lücken des ÖPNV zu schließen. Über eine Plattform – Ökonomie wäre all dies machbar und die Mobilität der Zukunft ließe sich auch für den einzelnen leichter und flexibler organisieren, hinsichtlich der Nutzung verschiedener Antriebsarten und Nutzungsmuster. Aber es ist nicht leicht die Gewohnheit zum eigenen Auto als Verkehrsmittel zu durchbrechen.

Nach einer weiteren Austauschrunde im Plenum in dem sich das Publikum auf die wichtigsten Fragen einigten und verständigten, wurde die Podiumsdiskussion im Fishbowlformat eröffnet. Das Gespräch wurde dabei durch die Fragen aus dem Publikum entwickelt. Folgende Fragen sind Beispiele dafür:

  • Wie kann ÖPNV im ländlichen Raum realisiert werden? Auch für Alte Menschen?
  • Wie können kurzfristig substantielle Emissionsminderungen erreicht werden (10% pro Jahr, zur Erreichung der Ziele des Klimaschutzabkommens von Paris 2015)
  • Wie kann ein Umdenken in Punkto Mobilität erreicht werden? Wer ist bereit auf sein Auto zu verzichten?

Was die Teilnehmer*innen an weiteren Aspekten und Fragen bewegten, kann unten auf den Bildern der Flipcharts entnommen werden.

Weiterlesen:

Diskussionsbeiträge aus dem Publikum:

Diskussionsbeiträge aus dem Publikum:

Von |2020-01-31T12:56:27+01:0031.01.2020|

Jahresbericht 2019

Das Jahr 2019 ist vergangenen. Wir haben uns in ungezählten Netzwerktreffen mit anderen Initiativen beraten, ausgetauscht und sind aktiv geworden auf z.B. auf dem Hörfest der Region Hannover oder der Freiwilligenbörse der Landeshauptstadt.  Auch eigenen Veranstaltungen haben wir unter dem Motto “Zukunft Stadt” organisiert und die bewährte Workshopreihe “Werkstatt Bürgerbeteiligung” fortgesetzt.

Unsere Projekte “HannoverMachen” und die “Audio.stadtradtouren” wurden weiterentwickelt und die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung vertieft.

Ausführlich über unsere Aktivitäten in 2019 berichten wir in unserem Jahresbericht, den wir zum Download bereitstellen.

Von |2020-01-29T11:43:38+01:0029.01.2020|

Zukunft Stadt – Digitalisierung öffentlicher Räume

Was bedeutet Digitalisierung für die öffentlichen Räume und für das Zusammenleben in der Stadt? Was hat sich schon geändert, was wird sich noch ändern?

Zum Thema „Digitalisierung öffentlicher Räume“ in der Veranstaltungsreihe „Zukunft Stadt“ kamen am vergangenen Montag, den 25. November 2019, um 18 Uhr etwa 50 Interessierte im Freizeitheim Vahrenwald zusammen. Nach einer Begrüßung durch unseren Vorstandsvorsitzenden Manfred Müller übernahm die Leiterin unserer Geschäftsstelle Rebekka Jakob die Moderation der Veranstaltung.

Als ersten Impulsredner duften wir Herrn Dr. Jens Libbe vom Deutschen Institut für Urbanistik (difu) begrüßen. Er betonte in seinem Vortrag „Wirkungen der Digitalisierung im Raum“, dass Digitalisierung kein Selbstzweck sein sollte, sondern immer einen dienenden Charakter für die Stadt besitzen muss. Als in diesem Kontext besonders relevante Bereiche hob Herr Dr. Libbe Energie, Mobilität, Handeln und Produktion hervor. Zurzeit sei es noch zu früh genaue Zahlen zu nennen, Trends in den Auswirkungen der Digitalisierung ließen sich jedoch schon erkennen. So führe etwa der wachsende Online-Handel dazu, dass das Angebot des lokalen Einzelhandels immer kleinteiliger werde und schneller wechsle. Das zentrale Thema der Zukunft sei demnach die (Um-)Verteilung und Gestaltung vom öffentlichen Raum in Folge von Digitalisierung.
Im Anschluss referierte Sven Krüger, der Digitalisierungsbeauftragte der Landeshauptstadt, über die Digitalisierungsstrategie Hannovers. Er stellte heraus, dass es sich um einen Veränderungsprozess im gesamten Lebensraum Stadt handle und Hannover sich „auf den Weg gemacht“ habe. Nicht zuletzt durch das Onlinezugangsgesetz, das die Verwaltung verpflichtet bis Ende 2022 flächendeckend alle Dienstleistungen digital zur Verfügung zu stellen, habe das Thema hohe Priorität. Als die vier zentralen Handlungsfelder benannte Herr Krüger:

  1. Infrastruktur (z. B. WLAN)
  2. Digitale Dienstleistungen (z. B. Urkundenportal, webKITA)
  3. Innovation (z. B. Mobiles Arbeiten)
  4. Fachkonzepte (z. B. eBeteiligung, Medienentwicklungsplan)

Nach diesen spannenden Impulsen wurde der Marktplatz eröffnet, auf dem sich sechs Digitalprojekte aus Hannover vorstellten: Der AHA Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover mit ihrer Müllmelde-App Hannover Sauber, die Urbane Logistik – Initiative Stadt Hannover, die Region Hannover mit der App Bike Citizens, der Hafven, Politik zum Anfassen e. V. mit ihrer App PLACEm und Graphmasters mit ihrer Navigations-App NUNAV.

In der abschließenden Diskussionsrunde gefiel den Besucher*innen besonders, welche Vielfalt an digitalen Projekten in Hannover bereits besteht. Aber auch die Projekte freuten sich über die Rückfragen und den so entstandenen, gelungenen Austausch. In Zukunft wird uns die Digitalisierung im alltäglichen Leben wohl immer stärker begleiten. Wir bleiben daher gespannt!

Präsentationen und Materialien aus der Veranstaltung zum Download:

Von |2019-12-04T08:35:33+01:0003.12.2019|

Wissen vs. Handeln im Klimaschutz

Wer kennt das nicht? Eigentlichen weiß jede*r, dass Erdbeeren aus Spanien im Winter lange Transportwege hinter sich haben, aber trotzdem gönnt man sie sich ab und zu. Auch ist bekannt, dass das Auto viel umweltschädlicher als das Fahrrad ist, aber gerade bei nasskaltem Wetter siegt dann doch oft die Gemütlichkeit.
Warum Menschen sich trotz vorhandenen Wissens um Alternativen weiterhin klimaschädlich verhalten, wollte das Kuratorium Klimaschutzregion Hannover ergründen. So hatten sie am 06.11.2019 zu einem öffentlichen Diskurs zum Thema „Wissen vs. Handeln im Klimaschutz“ eingeladen. Die besonders aktuelle Relevanz dieses Themas zeigte sich auch in den Besucher*innenzahlen: Der Sitzungsaal im Haus der Region war mit knapp 400 Gästen ausgebucht.

Der Abend startete mit Begrüßungen von Hauke Jagau (Regionspräsident), Werner Backeberg (Kuratoriumsvorsitzender und Bürgermeister der Gemeinde Uetze) und Prof. Dr. Lars-Oliver Gusig (Klimaweisen-Rat). Anschließend wurde die Moderation an Jan Egge Sedelies (HAZ) übergeben, der mit Prof. Dr. Harald Welzer (FUTURZWEI) den ersten Impulsredner des Abends vorstellte.
In seinem Vortrag sprach Welzer über die Notwendigkeit der Abkehr von den vorherrschenden, negativen Klimaszenarien und vorschreibenden Verhaltensregeln. Diese würden oft nur zu Widerstandsreaktionen führen, statt zum Umweltschutz zu motivieren. Anstelle dessen sollte auf utopische, klimafreundliche Zukunftsgeschichten gesetzt werden. Diese positiven Visionen würden Menschen Alternativen zum konsumgetriebenen Handeln aufzeigen und sie motivieren ihr Verhalten zu ändern – vorausgesetzt die Geschichten sind überzeugend und erstrebenswert. So könne laut Welzer der notwendige Wandel der Wertvorstellungen auf den Weg gebracht werden.

Einen anderen Ansatz wählte Prof. Dr. Kaiser (Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) im nachfolgenden Impulsvortrag. Er stellte anhand empirischer Studien vor, dass umweltfreundliches Handeln von zwei Faktoren abhinge: Der (Intensität der) eigenen Umwelteinstellung und der Schwierigkeit ein bestimmtes Verhalten auszuführen. „Leichte“ Maßnahmen wie Recycling ergreife noch (fast) jeder. Um regelmäßig für den Umweltschutz zu spenden oder selbst eine Fahrgemeinschaft zu bilden, müsste man jedoch besonders umweltschutzmotiviert sein, da diese Verhaltensweisen schwerer auszuführen seien. Um klimafreundliches Handeln zu fördern, müsse daher entweder dieses dauerhaft „leichter“ gemacht oder das Umweltbewusstsein der Menschen erhöht werden.

Im Anschluss trug SPAX seinen Poetry-Slam-Text „Grauzone“ vor und erntete auch mit seinem improvisierten Rap zum Thema „Klimaschutz und innerer Schweinhund“ lauten Beifall.

Es folgte die Podiumsdiskussion im Fishbowl-Format: Neben Prof. Dr. Welzer, Prof. Dr. Kaiser und SPAX nahmen auch Michael Nagel (Fridays for Future), Celine Gerlica (Students for Future) und Christine Karasch (Regionsrätin, Leiterin des Dezernates für Umwelt, Planung und Bauen) Platz auf der Bühne. Zwei Stühle blieben dabei jedoch frei: Diese waren für Gäste aus dem Publikum bestimmt, die so bei Bedarf mit in die Diskussion einsteigen konnten. Es entwickelte sich eine lebhafte und spannende Debatte über die Zukunft und Machbarkeit des Klimaschutzes, die durch die Beiträge aus dem Publikum bereichert wurde.

Insgesamt war es eine gelungene und interessante Veranstaltung, an der wir gerne teilgenommen haben. Wir sind sehr gespannt, was sich zukünftig im Bereich des regionalen Klimaschutzes noch ergeben wird und wie dies unser Zusammenleben in der Stadt beeinflussen wird.

Von |2019-11-14T12:33:49+01:0014.11.2019|

Wie kommt mein Projekt in die Wikipedia ?

Wer hat sich das nicht schon einmal gefragt: Wer bestimmt eigentlich welche Themen in der Wikipedia behandelt werden und welche nicht? Warum gibt es keinen Wikipedia Eintrag über mich oder über mein Projekt? Antworten auf diese Fragen wollten wir am 26.09.2019 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Werkstatt Bürgerbeteiligung finden.

Wikipedia gehört zu den am häufigsten besuchten Websites weltweit. Die Inhalte der gemeinnützigen Enzyklopädie werden überwiegend von ehrenamtlichen Autor*innen erstellt und gepflegt.
Mit unserer bisher kleinsten Werkstatt Bürgerbeteiligung trafen wir uns in den Räumen von Wikipedia Hannover, um zu lernen wie Wikipedia funktioniert. Das Tolle an unseren zehn Teilnehmer*innen: jede*r kam um für seine Initiative oder Organisation einen Wikipedia Eintrag anzulegen! Und so konnten wir nach einer ersten theoretischen Einführung durch die Wikipedia-Profis gleich in die Praxis starten. Wikipedia Benutzerkonten wurden angelegt und Benutzerseiten mit ersten Inhalten gefüllt. Nach und nach lernten wir, wie ein kleines lokales Projekt in der Wikipedia beschrieben werden kann. Im Umgang mit den Diskussionsforen entdeckten wir, welche Netiquette beachtet werden sollten und welche Qualitätskriterien bei der Erstellung von Einträgen gelten. Diese vielen kleinen Hürden sichern die Qualität auf Wikipedia und machen die Enzyklopädie zu einer relativ verlässlichen Quelle an Informationen.

Wie ein Weg sein kann, seine Organisation auf Wikipedia zu bringen und darüber hinaus auf Wikipedia aktiv zu sein, ist in diesem Workshop gut deutlich geworden. Vielen Dank an die Wikipedia Hannover Gruppe für diese lehrreiche Veranstaltung! Wer weiterhin Unterstützung beim Erstellen von Einträgen in der Wikipedia benötigt, kann sich an die Gruppe wenden. Jeden Donnerstag von 17:00 – 19:00 Uhr bietet sie in ihren Räumen in der Andreaestr. 1 ein offenes Editieren an, das von erfahrenen Wikipedia Autoren begleitet wird.

Auch auf Wikipedia selbst gibt es viele nützliche Informationen die weiterhelfen können:

Wikipedia:Fragen von Neulingen

Hilfe:Übersicht

Hier ist übrigens der Wikipedia Eintrag über das Bürgerbüro Stadtentwicklung.

Von |2019-12-13T10:14:46+01:0027.09.2019|

“Unbeteiligt Beteiligt!?” Podiumsdiskussion mit Oberbürgermeisterkandidat*innen

26. September 2019

Aktuell gibt es eine große Anzahl an Initiativen in Hannover, die sich aus ganz unterschiedlichen Motiven für Bürgerbeteiligung in Hannover einsetzen. Diese Initiativen haben sich diesen Sommer zu dem Forum für Bürgerbeteiligung zusammengeschlossen und anlässlich der Wahl des neuen Stadtoberhauptes eine Podiumsdiskussion auf die Beine gestellt. Eingeladen waren die Kandidat*innen Marc Hansmann, Belit Onay, Iyabo Kaczmarek und Eckhard Scholz. Moderiert wurde von Jürgen Manemann (Forschungsinstitut für Philosophie Hannover) und Annette Wichmann (Stadtakademie Hannover)

Zunächst hatten die Kandidat*innen die Aufgabe sich zu positionieren, was für sie echte Bürgerbeteiligung bedeutet. Anschließend stellte die Initiativen democracy in motion (DIM), ihre Idee vor neue Grundsätze der Bürgerbeteiligung und einen Beteiligungsrat auf der Basis des Zufallsprinzips einzuführen und ließ die Kandidat*innen zu dem Konzept, eine vierte Gewalt als konsultatives Gremium zu installieren, Stellung beziehen. Anschließend hatten die Initiativen Pro.Kronsberg, Bumke selbermachen und Wasserstadt Limmer die Möglichkeit ihre Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung zu schildern. Sie brachten jeweils Beispiele vor, die aus Sicht ihrer Initiativen als besonders große Hürden der Beteiligung eingestuft wurden:

  • Zugang zu Informationen zu bestimmten Vorhaben nur stark eingeschränkt und unter hohen Hürden möglich,
  • kein transparenter Umgang mit den Ergebnissen von Beteiligungsverfahren
  • keine zuverlässige Fortführung von angekündigten Beteiligungsverfahren
  • die Auflösung einer Sanierungskommission, während in einem Stadtteil ein großes Baugebiet entsteht mit dem sich die Einwohner*innenzahl fast verdoppelt.
  • die Übernahme von großen Immobilien im Stadtteil durch Investoren ohne vorab im Stadtteil mit den Einwohner*innen die Bedarfe zur Weiterentwicklung zu klären
  • die Durchführung von Beteiligungsverfahren durch Investoren anstelle der Verwaltung

Wieder hatten die Kandidat*innen Gelegenheit darauf einzugehen und äußerten unterschiedliche Ansatzpunkte wie weit sie Forderungen der Bürgerinitiativen folgen können, wie sie Bürgerbeteiligung bei ihrem Amtsantritt gestalten wollen und wo sie rechtliche Einschränkungen sehen.

Auf der Podiumsdiskussion wurden vor allem Negativbeispiele der Bürgerbeteiligung, die zu einer Unzufriedenheit bei den betroffenen Initiativen geführt haben thematisiert. Auch das Bürgerbüro Stadtentwicklung hat sich anlässlich dieser Podiumsdiskussion mit seiner Einschätzung zu Bürgerbeteiligung in Hannover auseinandergesetzt und sieht auch Aspekte die sich aktuell positiv entwickeln. Ein Anknüpfen an alte Erfolge als Hannover Vorreiterin in der Bürgerbeteiligung war ist bei weiteren gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen vielleicht zukünftig wieder möglich:

Es gibt einen Videomitschnitt der Podiumsdiskussion, der hoffentlich bald online verfügbar ist. Wir werden ihn dann hier verlinken.

Im Forum für Bürgermitwirkung organisiert sind folgende Initiativen:

  • Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer
  • Ecovillage Hannover
  • Hannovair Connection
  • Initiative Bumke selbermachen
  • Intiative pro.Kronsberg – Mensch, Natur, Zukunft e.V.
  • Jamiel Kiez
  • Platz Da!
  • Politische Beteiligungsinitiative Hannover DIM / Democracy in Motion
  • Transition Town Hannover e.V.
  • Wissenschaftsladen Hannover e.V.
  • Zukunftswerkstatt Ihmezentrum e.V.
  • Bürgerbüro Stadtentwicklung Hannover e.V.
Von |2019-10-01T09:42:02+01:0026.09.2019|

100 Jahre Bauhaus – Das bbs auf den Spuren von Gropius & Co in Hannover

Allerletzte Stadtradtour mit Sid Auffarth zum Bauhaus-Jubiläum

Versteckt und für architektonische Laien etwas unscheinbar anmutend liegt ein kleines Juwel vom großen Bauhaus-Gründer Walter Gropius in der Nordstadt. Es war unser Startpunkt zu einer ganzen Reihe von Projekten aus der Zeit des Bauhaus und der „Neuen Sachlichkeit“.

Begrüßt wurden wir von Kai Koch, bbs-Beiratsmitglied und Vizepräsident des BDA (Bund Deutscher Architekten), der im Gropius-Haus im Alleehof in der Nordstadt residiert. Das Gebäude – Bauhausarchitektur in Reinform: „weiß, klar und zweckmäßig“ – wurde 1953 im Auftrag der Familie Stichweh von der Bauhaus-Ikone geplant und steht unter Denkmalschutz. Gropius lebte zu der Zeit schon lange in den USA.

Mit Sid Auffarth und 40 Mitradler*innen ging es bei sommerlicher Hitze von der Nordstadt über die Oststadt bis zum Maschsee.

Rote Moderne: „weiß, klar und zweckmäßig“ trifft roten Klinker

Dem Bauhaus-Prinzip der Funktionalität und Schlichtheit hatten sich alle Projekte, die wir ansteuerten, verschrieben. Damit haben sie auch heute noch einen hohen Nutzwert und von Bewohner*innen geschätzte Attraktivität. Überall waren die Bauhaus-Grundformen Dreieck, Kreis und Quadrat wieder zu finden, oftmals mit den für Hannover typischen Fassaden in rotem Klinker – der „Roten Moderne“.  Im Detail zeigt aber jeder Bau, jede Siedlung ihre Besonderheiten – von Kleinstwohnanlagen (Siedlung im Kreuzkampe) bis zum Listhof  mit gemeinschaftlich nutzbaren Einrichtungen wie Waschräumen, Heizanlage.

In der Südstadt besuchten wir „prominente“ Bauten wie die Stadtbibliothek oder die ehemalige TIHO und pädagogische Akademie. Sid Auffarth ließ uns mit seinen lebendigen, alltagsnahen Schilderungen eintauchen in den Zeitgeist der 20er Jahre, in die Aufbruchsstimmung, das radikale Denken der Kunst- und Architekturszene, die sich – wie wir am Maschsee sehen konnten – durch die NS-Vorgaben nicht ausbremsen ließen.

Wer möchte, kann diese Tour mit Hilfe unseres Flyers jetzt schon nachfahren. Ende des Jahres wird es die Führung mit Sid Auffarth im Originalton digital abrufbar geben, so dass Sie sich mittels Audioguides auf die Spuren der Bauhaus-Architektur begeben können. Die Umsetzung dieser Audio.StadtRadTour wurde vom BDA dankenswerter Weise mit einer Spende zu unterstützt. Mehr dazu unter: www.audio.stadradtouren.de

Von |2019-12-17T11:50:17+01:0017.07.2019|